Grundstücksbesichtigung mit den Versorgern

Herr Scheidemann vom Bauamt der Verbandsgemeinde Alzey-Land hatte sich angeboten, mit allen für uns zuständigen Grundversorgern einen gemeinsamen Besichtigungstermin für das Grundstück zu vereinbaren. Darauf haben wir uns natürlich gern eingelassen, so dass letzten Donnerstag der erste kleine Menschenauflauf an unserem Grundstück stattgefunden hat.

Wichtig war für uns natürlich die Frage zu klären, welche Kosten müssen die Grundstücksverkäufer übernehmen bzw. welche Kosten werden von uns im Rahmen des Hausanschlusses getragen.
Die Kanäle  für Schmutz- u. Regenwasser gehören zur Grundstückerschließung und die anfallenden Kosten werden vom Verkäufer getragen. Alle anderen Versorger haben ihre Anschlüsse in diesem Neubaugebiet bis zur Grundstücksgrenze gelegt (in viele Neubaugebieten liegen die Anschlüsse 1m auf dem Grundstück) und die zusätzlichen Kosten für die Arbeiten im öffentlichen Raum werden von uns im Rahmen des Hausanschlusses getragen, was diesen natürlich ein ganzes Stück verteuert.

Mit Familie Christ haben wir uns zwischenzeitlich einvernehmlich zum Verkauf des Grundstückes geeinigt und warten nun auf einen Termin beim Notar bzw. in diesem Fall einer Notarin und am 31.03. haben wir den ersten Termin mit dem Architekten - es geht (langsam) voran ...

Die Haus-Finanzierung

Eines der wichtigsten Themen beim Hausbau ist die Finanzierung, zumindestens trifft das auf die meisten Bauvorhaben zu. Seltsamerweise gibt es zu diesem Thema nicht wirklich Informationsmaterial, welches den Anspruch erfüllt fachlich sowie inhaltlich komplett zu sein. Wir haben vorbereitend auf die Gespräche mit den Finanzierungsberatern so manchen Artikel einer Fachzeitschrift gelesen und einige (teure) Fachbücher gewälzt und uns eigentlich gut vorbereitet gefühlt für das Thema Finanzierung.

Trotzdem mussten wir bei jedem Beratungsgespräch feststellen, dass der jeweilige Berater uns wertvolle Tips und Tricks gegeben hat, von denen wir noch nichts gehört bzw. welche wir in diesem Zusammenhang anders bewertet hatten. Hier kann ich jeden Bauherren nur ans Herz legen, vor der eigentlichen Unterschrift unter einen Darlehensvertrag zuerst einmal ein paar Trainingsrunden (Gespräche mit verschiedenen Beratern) zu drehen und natürlich möglichst viele Angebote zu vergleichen.

Wir hatten uns im Vorfeld für folgende Ansprechpartner entschieden (incl. meiner nachträglichen, subjektiven Bewertung) :
  • Sparkasse (Hausbank) (unkompliziert, unmotiviert, teuer, persönlicher Ansprechpartner)
  • Sparda-Bank (Hausbank) (bürokratisch, unmotiviert, teuer, persönlicher Ansprechpartner)
  • Internet Dienstleister (unkompliziert, günstigste Angebote, kein persönlicher Ansprechpartner)
  • Markler des Hausanbieters (unkompliziert, motiviert, günstigste Angebote, direkter Draht zum Hausanbieter, persönlicher Ansprechpartner)

Im Grunde haben wir die besten Erfahrungen mit freien Maklern gemacht. Dabei ist es egal, ob dieser im Auftrag für das Bauunternehmen arbeitet oder als unabhängiger Markler. Ersteres bietet allerdings den Vorteil, dass die Wege kürzer sind und man sich nicht selber um den ganzen Papierkram kümmern muss.
An den Angeboten ändert das natürlich nichts, diese sind auf dem gesamten Markt identisch. Die Markler können nur die Konditionen anbieten, welche die großen Finanzunternehmen zur Verfügung stellen und kein Makler bekommt bei den Banken Sonderkonditionen, nur weil er vielleicht eins, zwei Darlehen mehr vermittelt, auch wenn der ein oder andere Markler das gern behauptet.

Wir haben uns für die Marklerin Frau Beckermann von ProHaus und als finanzierende Bank für die ING-DiBa AG entschieden. Die ING-DiBa bietet die marktüblichen Konditionen für Sondertilgung, Bereitstellungszins, ... , zudem fördert sie die KfW-Darlehen mit einem Zinsrabatt von 0,25%.

Wir sind mit unseren Mischzinssatz von 3,73% effektiv sehr zufrieden. Leider beläuft sich die Zeit für die Zinsbindung nur auf 10 Jahre - bei den aktuellen Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung nicht ganz ohne Risiko.

Der Kanalanschluss

Inzwischen gibt es positive Neuigkeiten von unserem Kanalanschluss. Nach unserer anfänglichen Ratlosigkeit, haben die seit Bauplanungsbeginn mittlerweile standardisierten Prozesse eingesetzt.

Zuerst haben wir uns mit Hilfe des Internets, Freunden und Bekannten einen Überblick über das Thema verschafft. Im Anschluss haben wir die zuständigen Ansprechpartner, sowie den zu erwartenden finanziellen Aufwand ermittelt und haben mit den Grundstückseigentümern die Finanzierung des Anschlusses geklärt.
Herr Scheidemann aus der Tiefbauabteilung des Bauamtes der Verbandsgemeinde Alzey-Land hat sich freundlicherweise bereit erklärt, alle zuständigen Versorger (immerhin 5 verschiedene Unternehmen) zu kontaktieren und einen gemeinsamen Besichtigungstermin auf dem Grundstück zu vereinbaren.

Als interessant hat sich auch dieses kleine Kästchen auf dem Kanalanschlussplan herausgestellt, da es die Tiefe des verlegten Kanals angibt. Das große S steht in diesem Fall für Schmutzwasser. Um nun zu erfahren in welcher Tiefe der Kanal liegt - muss man einfach die Differenz zwischen den beiden angegebenen Werten 155.10 und 152.83 ermitteln. Der Schmutzwasserkanal liegt also in einer Tiefe von 2,27m. Da wir mit Keller bauen wird es ziemlich eng, aber ich hoffe wir können trotzdem auf eine Hebeanlage verzichten ...

Zur Zeit sieht es so aus, als ob uns diese erste größere Hürde auf dem Weg zum eigenen Haus zwar einige Zeit und Nerven gekostet hat, aber zumindest in finanzieller Hinsicht keine weiteren Belastungen verursacht.