Eine Wasserleitung angebohrt – ... na toll

Die Noppenplatten haben sich überall einwandfrei verlegen lassen, nur nicht im WC (mein spezieller Freund). Hier hat ein Rohr vom Zentralstaubsauger ein Stück über die Dämmung herausgeragt. Dadurch wellten sich die Noppenplatten und die verlegten Rohre der Fußbodenheizung haben sich immer wieder aus den Noppen gelöst. Also war der Plan die Leitung mit den speziell dafür gelieferten Schlagdübeln zu befestigen. Dafür muss ein Loch durch die Noppenplatte, die Wärmedämmung und in den Beton des Bodens gebohrt werden.

Also hab ich mir ein Foto von den verlegten Rohrleitungen ausgedruckt und angefangen zu bohren. Loch 1, Loch 2, Loch 3, Loch 4 - und auf einmal sprudelt Wasser aus dem Boden. Na toll ... und das kurz bevor der Estrich kommt.

Im Grunde ist das kein Weltuntergang, aber es hat mich trotzdem fertig gemacht. Den Termin für den Estrich wollten wir auf keinen Fall mehr verschieben. Nach einer schlaflosen Nacht habe ich dann bei Dahotherm, dem deutschen Vertrieb von Aquatechnik, angerufen und das Problem geschildert. Die nette Dame vom Service hat das passende Verbindungsstück direkt per Express versendet und am nächsten Tag war es bei uns.




Der Einbau war wirklich einfach. Das beschädigte Stück Rohr ausschneiden, die beiden Rohrenden aufweiten, das Verbindungsstück aufstecken und verschrauben. Die durchfeuchtete Schüttung austauschen. Fertig!











Am schwierigsten ist es eigentlich, das mittlere von drei 16mm breiten Rohren mit einem 8mm breiten Bohrer durch die Baufolie und  100mm Dämmschicht direkt mittig zu treffen ; )) Aber hier kommt dem Bauherr Murphys Gesetz gern zu Hilfe.

Verlegen der Fußbodenheizung

Nach dem Verlegen der Styropor Wärme u. -Trittschalldämmung ging es an das Verlegen der Noppenplatten von Rehau. Diese stammen, genau wie das Multi-Calor Mehrschichtverbundrohr für die Fußbodenheizung, aus dem Ausbaupaket von ProHaus.

Die einzelnen Noppenplatten werden nach dem LEGO-Prinzip zusammengesteckt. Das geht einfach und schnell, zu beachten gibt es dabei eigentlich nichts besonderes.
Das Verlegen des Multi-Calor Mehrschichtverbundrohr auf 220 qm zu beheizender Fläche dauert seine Zeit, mal ganz abgesehen davon, dass die Rohre bei dem engen Verlegeabstand von 10 cm leicht knicken. Das sollte man unbedingt vermeiden, da dadurch die Durchflussmenge reduziert wird bzw. das Rohr an dieser Stelle undicht werden kann.
Für das Ober- und Erdgeschoss wurden von ProHaus zwei riesige Aufputzkästen für den Einbau der Etagenverteiler geliefert. Wir haben beschlossen, diese nicht zu verwenden, sondern die Etagenverteiler in den Wänden verschwinden zu lassen. Für das Untergeschoss wiederum wurde kein Verteilerkasten geliefert. Hier haben wir dann auf einen der beiden Aufputzverteilerkästen zurückgegriffen.

Estrich: Styropor Wärme & Trittschalldämmung

Unser Fließestrich wird von der Firma AD-Estrichbau GmbH eingebaut. Das Material für Tritt- bzw. Wärmedämmung unter dem Estrich (schwimmender Estrich) ist Bestandteil des Vertrages und wird ebenfalls von der Firma AD-Estrichbau geliefert.

Das Verlegen der Dämmung ist einfach, sollte jedoch gerade im Bereich der Trittschalldämmung gewissenhaft ausgeführt werden. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, diese Vorarbeiten selber durchzuführen.







Im Grunde sind im Bereich der Dämmung nur 2 Dinge zu beachten. Zum einen

die fugenfreie Verlegung der Dämmplatten
Das heißt größere Fugen zwischen den einzelnen Dämmplatten müssen vermieden werden. Bei dickeren Dämmschichten unter dem Estrich verlegt man die Dämmung deshalb zweilagig. Die zweite Lage wird versetzt eingebaut und verschließt so die Fugen zwischen den Styroporplatten der ersten Lage.

und zum anderen 

das vermeiden von Schallbrücken.
Dies ist gerade bei einem Haus in Holzständerbauweise, inbesondere bei der Decke zwischen EG und OG, wichtig. Schallbrücken sind alle Dinge, welche die Dämmung oder den Randdämmstreifen durchdringen und eine direkte Verbindung zwischen Estrich und Holzkonstruktion des Hauses herstellen.


Keller:
Hier haben wir zuerst eine Feuchtigkeitssperre in Form einer Kunststoff-Dichtungsbahn verlegt. Diese haben wir mit einem Quellschweißmittel verklebt. Danach erfolgt die Verlegung der Wärmedämmung - in unseren Fall waren es zwei Lagen 40mm Styropordämmplatten mit einem WLG 040. Zusammen mit der Perimeterdämmung unter der Bodenplatte hat diese jetzt einen U-Wert: 0,18 - gar nicht mal so schlecht ; ) 

Erdgeschoss:
Im Erdgeschoss haben wir zwei Lagen 50mm Styropordämmplatten mit einem WLG 040 verlegt. Der Randdämmstreifen wird auf die erste Lage gestellt und an der Wand festgetackert, danach wird die zweite Lage der Dämmschicht eingebracht.




Die Bereiche im Haus in welchen Leitungen, Lüftungsrohre, Leerrohre etc. verlaufen werden mit einer Schüttung ausgeglichen und wenn möglich mit der zweiten Lage der Dämmschicht verschlossen.

Unserem WC (Bild links) mußte ich eine Sonderbehandlung zukommen lassen. Vor lauter Leitungen und Rohren wußte ich gar nicht mehr, wo ich noch hintreten kann. Eine ziemliche Fummelei und unsere Beziehung kann man seitdem getrost als 'angespannt' bezeichnen - da kann nur noch der Estrich schlichtend eingreifen ; )




Obergeschoss:
Hier haben wir eine Lage 60mm Styropor Trittschalldämmung verlegt. So konnten wir auch die Lüftungsrohre, welche hier auf den Boden verlaufen mit einer 10mm Schicht Trittschalldämmung bedecken.

Zum Abschluss wird die sogenannte Trennschicht hergestellt. Dabei handelt es sich in unseren Fall um PE-Baufolie mit einer Mindeststärke von 0,2mm. Die Folie wird im gesamten Haus verlegt und komplett mit dem Randdämmstreifen verklebt.